Das Autodromo Enzo e Dino Ferrari ist eine Rennstrecke in Imola, gelegen in der Emilia-Romana/Italien, auf der bis zum Jahr 2006 der Große Preis von San Marino stattfand. Auf Grund der Tatsache, dass ein Land nicht zwei Große Preise austragen darf, wurde das Rennen in Imola an den Zwergstaat San Marino abgegeben und nun endgültig zugunsten von Monza aus dem Rennkalender gestrichen.

Die Rennstrecke ist nur 80 km von Maranello entfernt, dem Stammsitz von Ferrari. Deswegen wurde das Rennen in Imola auch als Heimspiel für die Scuderia gehandelt. Es ist eine der wenigen Formel-1-Strecken, die entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren werden. Eine Runde beträgt 4,933 km Streckenlänge mit 17 Kurven. Eine Formel-1-Renndistanz sind 62 Runden, also 305,609 km.

Traurige Berühmtheit erlangte die Strecke im Jahr 1994 als im Samstagstraining zunächst Roland Ratzenberger und beim Rennen einen Tag später Ayrton Senna tödlich verunglückten und wegen weiterer Unfälle. Diese Unfälle und die wieder aktivierte Grand Prix Drivers’ Association bewirkten zahlreiche Änderungen. Seitdem wird mehr Wert auf die Sicherheit vieler Rennstrecken und die der Wagen gelegt, die Sicherheit der Fahrer wurde erhöht.

Der frühere Name der Strecke war Autodromo Dino Ferrari, benannt nach dem früh verstorbenen Sohn Alfredo (Dino) von Enzo Ferrari. Nach Enzo Ferraris Tod im Jahr 1988 wurde der Name erweitert.

Von Ende 2006 an wurde der Kurs für umfangreiche Umbauarbeiten geschlossen. Innerhalb von 10 Monaten wurde ein komplett neues Boxengebäude inkl. Mediacenter errichtet, die Auslaufzone in der "Tamburello-Schikane" erweitert sowie einige Abschnitte neu asphaltiert. Im Zuge des neuen Boxengebäudes musste auch die Streckenführung erneut geändert werden. Nach der "Rivazza" folgen nun mehrere schnelle Kurven anstatt der alten "Variante-Bassa", so dass ein langes Vollgasstück bis zur "Tamburello-Schikane" entstanden ist. Nach der Abnahme der FIA erhielt der Kurs eine 1T-Lizenz, welche alle Veranstaltungen außer der Formel 1 zulässt. Zu Beginn des Jahres 2008 wurde auch ein neues Management gefunden , der Kurs mittlerweile in „Autodromo Internazionale Enzo e Dino Ferrari di Imola“ umbenannt. Erste große Veranstaltung nach dem Umbau war das Veranstaltungswochenende im Rahmen der FIA WTCC im September 2008.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Autodromo_Enzo_e_Dino_Ferrari)

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Eine Runde auf der Piste im „Tempel der Geschwindigkeit“
IMOLA - Autodromo Internazionale Enzo e Dino Ferrari
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Die Strecke beginnt auf flacher Ebene mit einer langen und rasanten Zielgerade, entlang des Flusses Santerno. Entlang dieser Zielgeraden befinden sich auch die Boxenanlage und der glorreiche Turm der Rennstrecke.

So beginnt man also an dem schnellsten Punkt der gesamten Rennstrecke (Automobile erreichen bis zu 330 km/h, Motorräder 290 km/h), doch die bevorstehende Variante des „Tamburello“ bringt einen wieder zurück in die Realität. Hier ist präzise vorbereitetes Bremsen notwendig, um die darauffolgenden links-rechts Kurven, in denen man verschärft die Fahrbahnbegrenzung ausnutzend sollte, zu meistern. Das Auto tendiert am Ende dieser Kombination dazu, aus dem Gleichgewicht zu geraten, daher sollte man es durch progressive Beschleunigung wieder in die Stabilität bringen.

Man hat nun eine kurze Gerade vor sich, die einem allerdings nicht genug Zeit zum ausruhen gibt, denn sofort darauf ist man damit beschäftigt, die Variante „Villeneuve“ zu meistern, welche durch ihren schnellen und trickreichen Linkseingang den Fahrer dazu verleitet, den Kurvenausgang zu unterschätzen, in dem das Auto stark nach rechts außen gedrückt wird. Da muß man allerdings durch, ohne halbe Sachen zu machen und das Auto wieder auf eine flüssige Gerade in Richtung „Tosa“ Kurve bringen.

Von hier an nun verlässt man den ebenen Teil der Strecke und man gelangt mit der Zufahrt in den Abschnitt „Tosa“ (benannt nach einem Theater in dem Duelle stattfanden) in den hügeligen Teil der Rennstrecke, die spätestens ab hier wie eine naturbelassene Achterbahn wirkt.

„Tosa“ ist eine Linkskurve, welche zu einer langen und anstrengenden Steigung führt, in der man, unter einem Panoramahügel (beliebter Zuschauerplatz), vom Sportgerät die verfügbare Motorleistung abrufen muss. Oben angekommen, wird man von der blinden Kurve „Piratella“ sozusagen wieder in die Realität zurückgerufen, die -einzig in ihrer Art- nur mit guter Streckenkenntnis ideal gefahren werden kann, da es hier keine echten visuellen Anhaltspunkte gibt.

Man erreicht also die erbarmungslose „Piratella“: sie führt zu einer schnellen und schwindelerregenden, fast schon alpin anmutenden Abfahrt Richtung der zwei Kurven der „Acque Minerali“, der Fahrer pfeilt optisch entlang hundertjähriger Bäume des gleichnamigen Parks (die Bäume selbst befinden sich freilich außerhalb des Streckgeländes).
Hier ist es wichtig, besonnen den Rhythmus am Volant und das Zusammenspiel mit der Pedalerie zu trainieren: den rechten Eingang bewerkstelligt man (je nach Fahrzeug und fahrerischem Können) durchaus oberhalb von 200 Km/h, woraufhin man wenige Meter später schon eine kurze aber beherzte Bremsung absolvieren muss, um das Hochfahren in die zweite Rechtskurve optimal zu meistern. Darauf folgt dann eine steile Gerade. Eine durchaus nervenaufreibende Steigung…

…so wird in dieser sich anschließenden Geraden wieder einmal die Stärke des Motors auf die Probe gestellt und man gelangt an die unvorhersehbare und etwas „freche“ rechts-links Schikane der Variante „Alta“, in der das Auto über die Fahrbahnbegrenzung hüpfend automatisch einen Pendel-Effekt erzielt.

Zeitig sollte man nun das Auto wieder stabilisieren, um die steile und heimtückische Abfahrt zu nehmen, welche in die legendäre Kurven der „Rivazza“ mündet, in der auf dem gleichnamigen Hügel die Zuschauerscharen das glühen der kurzzeitig, aber hart zu betätigenden Bremsen bestaunen können. In diesem Streckenabschnitt bergab steht der Fahrer zwangsläufig unter dem visuellen Eindruck, unmittelbar in ein Wohngebiet hinein zu stürzen… eine Situation, die absolut einzigartig ist und so nur vom Fahrer auf der Piste in Imola wahrgenommen werden kann !

Nachdem die erste Linkskurve der zwei „Rivazza“ Kurven in klassischer Manier überstanden ist, sollte man konstant und äußerst rechts fahrend das Gaspedal bemühen, um der Eigendynamik des Autos maximal entgegenzuwirken; dieses Manöver ist sehr wichtig, um so optimal wie möglich den zweiten Teil der „Rivazza“ durchfahren zu können, welche weiterführt in eine kurze Gerade am Beginn der Start/Zielgeraden (hier befindet sich auch die Ausfahrt zur Pit-Lane für eventuelles Ausruhen bei körperlicher oder mechanischer Müdigkeit).

Nachdem also man die schnellen Hügelketten hinter sich gelassen hat, kommt man an den letzten Teil der Strecke, wo die Runde für Automobile mit einer letzten Beschleunigung und einem anschließenden kleinen Knick im Ziel endet; anders bei Motorrädern, welche durch leichte Modifikation der Streckenführung gezwungen sind, die letzte anstrengende und unregelmäßige Bremsung bei der Einfahrt der Variante „Bassa“ anzugehen, die dann mit einer scharfen links-rechts Schikane an das verdiente Ziel führt.


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